pfeil pfeil
Herzlich Willkommen! pfeilHeute ist der   
pfeil
 pfeilStart  pfeilGewerbe  pfeilVereine  pfeilÖffentl. Einrichtungen  pfeilService  pfeilTermine  pfeilLinks  pfeilKontakt pfeil
Daten und Fakten von Heddernheim

mehr
Das Brühlfeld
Eine Heddernheimer Geschichte. von Nicole Roth

Der Anfang von Brühlfeld
mehr
Das ehemalige AEL in Heddernheim
Auch wenn dies eines der dunkelsten Kapitel von Heddernheim ist und auch die heutige Bevölkerung in der Mehrzahl warscheinlich unwissend darüber sind, sollte es doch nicht vergessen werden.
mehr
Heddemer Straßen von A bis Z
In diesem Kapitel können sich die Interessierten über die Heddernheimer Straßen und ihre Namensgeber informieren.
mehr
Im Wandel der Zeit
Heddernheim im Wandel der Zeit 1.0
mehr
Heddernheim gestern und heute.
Heddernheim ab dem Jahr 1878 - 1973
mehr
Unruhiges Nida - Heddernheim
Eine kleine Zeitreise von 802 bis 1877
mehr
Heddernheims Vergangenheit !
Die Zeit der Römer: Teil 1
mehr
Ansichten von Heddernheim
Heddernheim von oben
mehr
 
 
 
 
 





o2 Shop



Das ehemalige AEL in Heddernheim

Auch wenn dies eines der dunkelsten Kapitel von Heddernheim ist und auch die heutige Bevölkerung in der Mehrzahl warscheinlich unwissend darüber sind, sollte es doch nicht vergessen werden.

Die Arbeitserziehungslager (AEL) waren, Sonderlager der Gestapo bzw.des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA). Die AEL dienten der Disziplinierung von „Arbeitsverweigerern“, „arbeitsvertragsbrüchigen und arbeitsunlustigen Elementen“ – wie es in der Lagerordnung des AEL Heddernheim vom 16. April 1942 heißt.
Grundlage für eine Einweisung in ein AEL war die Festnahme oder „Schutzhaft“ durch die Gestapo. Eingewiesen werden konnten – nach einem Hinweis durch den Arbeitgeber – Ausländer wie Deutsche, die in erwähnter die „Arbeitsmoral gefährden und zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit in polizeilichen Gewahrsam genommen werden müssen.“
In den fortgeschrittenen Kriegsjahren dienten die AEL vor allem der Einschüchterung von Zwangs- und Fremdarbeitern: „Die Behandlung muss deshalb so gestaltet werden, dass die Eingewiesenen zu geregelter Arbeit im nationalsozialistischen Sinne erzogen werden.“ Die Haftdauer betrug in der Regel 6 bis 8 Wochen. Während dieser Zeit mussten die Inhaftierten 10 – 12 Stunden täglich besonders schwere Arbeiten verrichten, viele von ihnen waren zur Arbeit für die deutsche Rüstungswirtschaft gezwungene Ausländer aus den besetzten Gebieten, vor allem aus Polen und der Sowjetunion.
Die Haftbedingungen waren KZ-ähnlich („KZ der Gestapo“). Der Übergang von einer AEL-Haft zu einer Internierung in einem KZ war fließend, auch wenn die Lagerordnung betonte, dass eine Einweisung in ein AEL als „eine vorläufige polizeiliche Vorbeugungs- und Erziehungsmassnahme“ galt und nicht als Strafmaßnahme zum Nachteil des Häftlings „amtlich vermerkt“ werden durfte.
Wie viele der der im ganzen Reich verteilten Arbeitserziehungslager lag auch das AEL Heddernheim in der Nähe eines Industriebetriebs. Das „Vorläufige Verzeichnis der Konzentrationslager und deren Außenkommandos …“ des Komitees des Internationalen Roten Kreuzes vom Februar 1969 nennt als „Arbeitgeber“ des AEL Heddernheim die seinerzeit nahe gelegenen Vereinigten Deutschen Metallwerke (VDM). In welchem Umfang die VDM tatsächlich Arbeiten durch die Häftlinge hat ausführen lassen, ist offen. Die wenigen Dokumente und auch die Zeitzeugenberichte erwähnen die VDM zwar eher am Rande, aber unwahrscheinlich ist ein Arbeitseinsatz für den kriegswichtigen Betrieb nicht.
Nach Zeitzeugenberichten waren die Häftlinge u. a. mit Erdarbeiten beschäftigt, die geplante Baumaßnahmen des benachbarten Werkes durchaus erleichtern konnten. Andere Quellen berichten vom Entladen von Waggons; aber auch von Arbeiten im Palmengarten und in Köppern, wo sich die „Frankfurter Pflegeanstalten“ für geistig Behinderte befanden.





Das Lager wurde im April 1942, als einziges Lager in Frankfurt in einer ausgehobenen Lehmkuhle einer Ziegelei für 200 Häftlinge eingerichtet. Belegt war das Lager zeitweise jedoch mit über 400 Gefangenen. Es war etwa 1.250 qm groß und bestand aus Baracken die sich 30 und mehr Gefangenen teilen mussten, einem Wachturm, dem „Bunker“, einem Entlausungsbad und einem Hundezwinger. Die Haftbedingungen waren brutal. Im Volkmund hieß das Lager „Kajenn“ (Cayenne), eine Anspielung auf eine der Hauptstadt Französisch Guayana vor gelagerte berüchtigte Häftlingsinsel.
Was unter „straffer Zucht und Ordnung“ zu verstehen war, regelte die Lagerordnung: „Die Häftlinge sind zu strenger Arbeit anzuhalten, um ihnen ihr volksschädigendes Verhalten eindringlich vor Augen zu führen, um sie zu geregelter Arbeit zu erziehen und um anderen durch sie ein abschreckendes und warnendes Beispiel zu geben.“ Nach Aussage ehemaliger Wachleute waren Fesselungen und Prügelstrafen für „Ostarbeitskräfte“ an der Tagesordnung. Dokumentiert sind mehrere Erschießungen wegen „Plünderungen“ und „Arbeitsverweigerung“.
Die Häftlinge des Lagers wurden im März 1945 zu einem „Evakuierungsmarsch“ in den Vogelsberg gezwungen. Nach der Flucht der Wachmannschaften löste sich der Marsch bei Lindheim auf. Der Leiter des AEL Hedderheim Hans Tauber wurde 1946 zu 5 Jahren und 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Reinhard Breder, Leiter der Frankfurter Gestapo und für die Inhaftierungen in das AEL Heddernheim verantwortlich, wurde freigesprochen.

Ein ehemaligen Häftling berichtete:
Die Unterkünfte waren voller Läuse und anderem Ungeziefer. Eine Waschgelegenheit befand sich nur im Freien. Hauptnahrung bildete eine Art Kartoffelsuppe aus ungeschälten Kartoffeln, Wasser und Margarine. Häufig kam es vor, daß die Männer nach dem Abendessen in den Baracken exerzieren mußten; bei Liegestützen wurde oft der Kopf vom Wachpersonal auf den Boden getreten. Ferner erinnere ich mich an häufiges Auspeitschen der Häftlinge auf einer Bank. Solche Erfahrungen waren es, derentwegen Menschen der unterschiedlichsten politischen Lager für unser Grundgesetz formulierten: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Heute erinnert nur noch eine Gedenktafel und ein Raum, mit unverputzten Ziegelsteinenen ummauert an diesen furchbaren Ort.








zurück






Unsere Werbepartner:


http://www.fes-frankfurt.de


Wohnungsmarkt in Heddernheim
Kleinanzeigen in Heddernheim
Stellenmarkt in Heddernheim

Heddernheimer Forum

© 2011 by Medien- & Stadtteilbüro| Impressum