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  29.06.2020

Freiwillige Feuerwehr in Heddernheim verzichtet auf Jubiläums-Feier

Die Freiwillige Feuerwehr in Heddernheim wird 150 Jahre alt, doch die Feier muss verschoben werden. Immerhin: Am Dienstag soll ein neues Gerätehaus bezogen werden.

Zwei große Ereignisse stehen für die Freiwillige Feuerwehr Heddernheim dieses Jahr an: zum einen das 150-jährige Jubiläum, zum anderen der Einzug in das neu gebaute Feuerwehrhaus in der Hessestraße. Beide Anlässe sollten gebührend mit einem Festwochenende gefeiert werden. Dann kam das Coronavirus. „Das ist in doppelter Hinsicht ärgerlich“ gesteht Tobias Schwab, Wehrführer und Vereinsvorsitzender.



Das neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Heddernheim ist so gut wie fertig. © Christoph Boeckheler

Das Festwochenende zum 150-jährigen Bestehen vom 4. bis 6. September ist abgesagt und soll 2021 nachgeholt werden. Ein Termin steht noch nicht fest. Auch die Übungsstunden der Jugend- und Minifeuerwehr finden derzeit nicht statt. Dafür erhält die Feuerwehr am Dienstag, 30. Juni, in der Hessestraße 40 ihr neues, modernes Gerätehaus. Die Schlüsselübergabe findet um 14 Uhr statt.

Im Jahr 1870 wurde die Freiwillige Feuerwehr von Bürgern der damals noch selbstständigen Gemeinde Heddernheim gegründet und zählte bereits zu Beginn 45 aktive Feuerwehrmänner. In der Dillgasse entstand das benötigte Spritzenhaus. Mit einer Holzzugleiter und einer Handdruckspritze war die Wehr für die damalige Zeit fortschrittlich ausgerüstet und wurde zu Einsätzen bis nach Oberursel gerufen. 1910 wird die Wehr zur Stadt Frankfurt eingegliedert. Den ersten Motorwagen, einen Mannschaftstransportwagen und zwei Anhängerspritzen erhält die Wehr 1930. Nachdem im Jahr 1938 das Führen von Fahnen aus politischen Gründen verboten wurde, rettete ein Kamerad die Feuerwehrfahne aus dem Gründungsjahr, in dem er sie in seinem Haus einmauerte. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Wehr, wurde das Original dann vollständig restauriert. Zum 80-jährigen Jubiläum erhält die Feuerwehr in Heddernheim von der Branddirektion das damals größte Löschfahrzeug, ein LF 32. Von 1966 bis 1967 wird das alte Spritzenhaus in der Dillgasse abgerissen und an gleicher Stelle ein neues, modernes Gerätehaus erbaut. In den 1970er-Jahren bekommt die Wehr das erste fabrikneue Löschfahrzeug.

Nicht nur in der technischen Ausrüstung bleibt die Feuerwehr fortschrittlich, auch mit der Gründung einer Damenabteilung – 1971 ein Novum – zeigten sich die Heddernheimer zukunftsorientiert. In den 1980er-Jahren wird die Jugendfeuerwehr gegründet, 1996 folgt die Minifeuerwehr.

Das alte Feuerwehrhaus in der Dillgasse ist seit vielen Jahren zu klein und das Gebäude marode. Deshalb wurde letztes Jahr mit dem Bau des neuen Geräte- und Übungshauses im sogenannten „Gleisdreieck“ in der Hessestraße begonnen. Und es wird pünktlich im Jubiläumsjahr fertig. „Ich gehe davon aus, dass wir Ende Juli einziehen“, erzählt Tobias Schwab. „Die letzte Fahrt“, wie es fachkundig heißt, sei das große Highlight. Auch die anschließende Einfahrt mit allen Fahrzeugen in das neue Domizil sollte mit einem Festwochenende gefeiert werden. „Und wir hätten uns dann weinend in den Armen gelegen, aber das geht gerade nicht“ scherzt Schwab.

Artikel Frankfurter Rundschau, vom 28.06.2020. Von Pia Henderkes-Loeckle



 


 
     
 




 

 



     
     
     
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